SAW | Spieletest und Review | Xbox 360 Game Focus
Dies führt zu recht häufigen Kämpfen, für die ihr alle möglichen Gegenstände nutzt. Insgesamt gibt es 18 verschiedene Waffen, wie zum Beispiel Baseballschlägel, Puppenarme, Tischbeine, Molotowcocktails oder einer Pistole mit begrenzter Munition. Die Waffenauswahl erinnert mich dabei sehr stark an Condemned. Aber SAW wäre nicht SAW, gäbe es nicht irgendwelche Rätsel zu lösen und Fallen aus dem Weg zu gehen. Diese sind teils wirklich sehr simpel ausgefallen und bedürfen eigentlich keinerlei Grips. Einfach in das mit benutzten Spritzen gefüllte Klo oder in das Säurefass greifen, und den Schlüssel raus fischen, oder mit simplen Drei Farben Rätseln Türen knacken. Diese Aufgaben sind zum Glück nicht sonderlich zeitintensiv und werden so nicht wirklich langweilig. Selbstschussanlagen beim Öffnen von Türen lassen sich per Quick Time umgehen, und die, die am Boden mit Stolperdraht platziert sind, per Druck auf den A-Knopf. Dazu muss man diese allerdings auch erst mal sehen. Wer hier zu schnell unterwegs ist verliert schnell seinen Kopf. Aber keine Sorge, das ist nur zum Aufwärmen. Später kommen noch größere Rätsel auf euch zu. Welche das sind, verrate ich euch nicht. Wäre doch doof, oder? Ich kann euch aber verraten, dass es manchmal wirklich spannend wird, wenn ihr ein Rätsel auf Zeitdruck lösen müsst.
The Art of Horror
Grafisch bietet SAW leider nur Unreal Engine Durchschnittskost im unteren Bereich. Keine PhysiX-Effekte oder sonst etwas, das ein WOW-Feeling aufkommen lassen kann. Alles wirkt irgendwie statisch. Selbst wenn Tapp sich wegen einer Gasfalle die Lunge aus dem Leib hustet, bleibt er seelenruhig stehen als ob nicht wäre. Einzig die Farbeffekte bei zunehmendem Gesundheitsverlust sind echt schick geworden. Alles wird schwarz-weiß, die einzige Farbe, die stylish auf dem Bildschirm zurück bleibt, ist Rot.
Vertonung der Bewegtbilder
Der Soundtrack und die Soundeffekte sind im Vergleich zur Grafik bombastisch! Stimmungsvoll umhüllt einen die Musik in kritischen Situationen und erzeugt einen immensen Druck. Die ruhigeren Stellen werden durch Schreie im Sanatorium und den Flüchen eurer Gegner durchsetzt. Gerade hier spielt das Spiel seine Stärken durch gekonnt platzierte Schockeffekte aus. Selbst wenn ihr „nur“ in eine der vielen Stolperdrahtfallen lauft, werdet ihr zusammenzucken, denn ihr werdet nicht damit rechnen. Einzig das nicht Vorhandensein einer deutschen Sprachausgabe finde ich recht schade. Ich spiele zwar in der Regel meine Spiele auf Englisch, wollte hier allerdings, um näher am Film zu sein, schon Kramers deutsche Stimme hören.
Fazit
Irgendwie verstehe ich den Plot rund um das Retten von einigen Leuten nicht so ganz. Überall findet man die aus dem Film bekannten Fallen und die dazugehörigen Leichen. Hier sieht man auch in kurzen Rückblenden, was passiert ist. Das Ganze ist für Jigsaw irgendwie zu groß und passt auch nicht wirklich zu dem Motiv seiner Taten. Schöner wäre es gewesen, die Entwickler von Zombie Studios hätten das Spiel erweiternd und ergänzend zur Story in das SAW-Universum eingebunden, so wie es bei Shiny’s „Enter the Matrix“ der Fall gewesen ist. Sieht man über das träge Kampfsystem, die unterdurchschnittliche Grafik, die sich meist wiederholenden Rätzel und das eigentlich langweilige Level Design hinweg, ist SAW, gerade durch die superbe Soundkulisse ein richtiger „wohlfühl“ Schocker geworden, der leider schon nach circa 10 Stunden vorbei ist. Etwas mehr Game Play und mehr gute Ideen hätten das Spiel bestimmt in höhere Wertungsebenen gebracht. Unterm Strich leider nur mittelmäßige Kost für Survivalhorror und SAW-Fans.
Bis zum nächsten Mal,
Euer Timo