Dragon Age Origins | Spieletest und Review | Xbox 360 Game Focus
Mordend durch die Lande reisen
Wer hier ein Action RPG erwartet, wird leider enttäuscht, denn das Spiel ist zwar nicht rundenbasiert, allerdings auch fernab von Hack’n’Slay-Spielen. Es spielt sich alles in Echtzeit ab, allerdings habt ihr die Möglichkeit, mit einem Druck auf die Schultertaste das Ringmenü zu öffnen. Dieses erlaubt euch, spezielle Fähigkeiten zu nutzten, die Kampftaktiken eurer Mitstreiter zu ändern oder die Shortcut-Buttons anders zu belegen. Während einer solchen Aktion pausiert das Spiel und ihr habt genügend Zeit, euch eine Taktik einfallen zu lassen. Auf dem leichten Schwierigkeitsgrad ist dies zwar nahezu unnötig, wird aber auf den anderen beiden zur Pflicht, denn ein unangebrachter Angriff kann eurer Gruppe das Leben kosten. Apropos Leben: Nach jedem Kampf werden die gefallenen Freunde wieder zum Leben erweckt. Eine feine Sache, wären da nicht Verletzungen wie offene Wunden und gebrochene Knochen. Diese können allerdings mit bestimmten Gegenständen geheilt werden, um so die Mali auf Kampf, Zauber und ähnliches zu beseitigen. Ihr könnt jederzeit die Rolle eines eurer Gefährten übernehmen und mit diesem im Spiel interagieren. Praktisch ist da, wenn man selbst kein Schurke ist, aber unbedingt an den Inhalt einer verschlossenen Truhe heran will. Auf diese Weise kämpft ihr euch Stunde um Stunde durch das Spiel, in dem es so einiges zu entdecken gibt. Insgesamt wurden dem Spiel Hintergrundgeschichten und textliche Inhalte verwendet, die für mehrere Romane reichen. Wer will, kann also ganz in die Welt von DA eintauchen.
Dark Fantasy
Ja, dunkel ist das Spiel auf jeden Fall, wenn auch nicht nur von den Geschehnissen her, sondern auch von Seiten der Grafik. Diese präsentiert sich nicht gerade farbenfroh, sondern immer zwischen grau und braun und passt irgendwie gut zu den matschigen Texturen und den Clippingfehlern der Spielfiguren. Ihr seht eurem Helden immer über die Schulter und könnt die Kamera nur drehen, aber leider nicht zoomen. Das führt im Kampf immer dazu, dass ihr nicht wisst, wo ihr steht und welchen Gegner ihr vor euch habt. Zum Glück ist die Lebensanzeige der Figuren am linken, oberen Bildschirmrand gut zu sehen. Ihr seid also nie ganz blind. Die Kämpfe sind ziemlich steif, glänzen aber durch Höhepunkte wie das Abtrennen von Köpfen und hohen Blutfontänen. Ach ja, da war ja noch was mit dem Blut. Hätte ich fast vergessen, denn ich habe diese Option nach 2 Stunden abgestellt: Ihr seht immer aus wie Sau! Eure Gegner verteilen grundsätzlich fast ihren ganzen Lebenssaft auf eurer Kleidung. Ich finde es immer wieder seltsam, wie ruhig die Leute in den Städten auf euch reagieren, obwohl ihr von oben bis unten mit Blut vollgesprenkelt seid. Eine Möglichkeit, euch vom Blut zu befreien, ist euren Hund um einen Gefallen zu bitten. Die andere und einfachere Möglichkeit ist die „übertriebene Gewalt“-Option einfach zu deaktivieren.
Des Barden Lieder
Musikalisch passend präsentieren sich die mittelalterlichen Klänge und das Geklirre der aufeinanderschlagenden Waffen. Die deutsche Sprachausgabe ist leider nur mittelmäßig. Dies liegt zum einen an einigen unmotivierten Sprechern und zum anderen an Übersetzungsschnitzer: Es heißt „Turnier“ und nicht „Turnei“, auch wenn es vom englischen „tourney“ kommt und warum macht man auch dem englischen „Sire“ ein „Sier“ und nicht ein einfaches „Herr“ oder „Lord“, so wie sich das gehört?! Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte sich diese Fassung anschaffen.
Fazit Timo
Ihr bekommt viel geboten für euer Geld. Zwar keine supertolle Grafik oder actionfilmreifen Kämpfe. Aber ein Spiel mit epischen Ausmaß und Tiefgang. Nachdem ich über 25 Stunden in der Ferelden verbracht hatte, war immer noch kein Ende in Sicht. Ich habe nur die Ansätze der Liebesgeschichten zwischen den Charakteren erleben dürfen. Schade, wird sich aber noch ändern. Es gibt wirkliche Highlights des Genres in diesem Spiel. Es ist erfrischend, den Gesprächen der Gruppenmitglieder zuzuhören. Diese sind sich recht häufig am Streiten oder erzählen von ihrer Vergangenheit, und das alles, ohne dass man sie gefragt hat. Das Levelsystem hat viel Platz für eine individuelle Gestaltung der Helden. Genauso individuell wie das Aufleveln ist
auch das